Kopfleiste Neu Feb17


Neuköllner Spaziergänge

Neukolln Ubersicht NeuBritz - Stadtrandsiedlung
Buckow - altes Hofjagdrevier
Rudow - Gewerbegebiet
Gropiusstadt - rund um die Jungfernmühle

"Einmal um`s Karree"

"Gehn wir noch `ne Runde um`s Karree" sagt der Berliner. Ein kleiner Spaziergang bringt die Seele wieder ins Gleichgewicht. Dazu gibt es im Bezirk Berlin-Neukölln viele Möglichkeiten.

vier Spaziergänge durch Gebiete und Geschichte

  1. Ein Spaziergang durch ein Gebiet, dessen Straßennamen an das kaiserliche Hofjagdrevier erinnern
  2. Ein Spaziergang durch ein Industriegebiet, die Verlagerung der Industrie aus der Berliner Innenstadt Richtung Osten erklärt
  3. Ein Spaziergang durch eine Stadtrandsiedlung von 1932/33 auf neuem Siedlungsland; durch Eigenleistungen der Bewohner selbstgebaut und die "Neuland" = "Neues Siedlungsland" heißt
  4. Ein Spaziergang durch ein modernes Wohngebiet der Stadterneuerung in den 1960er Jahren.

1899 wurde aus dem mittelalterlichen Dorf Richardsdorp die Stadt Rixdorf. 1912 wird sie umbenannt in "Neukölln". Uralt sind ihre zwei Hauptverkehrswege, die den heutigen Berliner Bezirk von Norden nach Süden durchziehen. Sie verbindendie ehemaligen Dörfer Rixdorf, Britz, Buckow und Rudow.

Das Bild des Bezirkes ist geprägt durch die enge Bebauung mit hoher Einwohnerdichte im äußersten Norden und ausgedehnten Siedlungsgebieten, die bis an die östliche und westliche Stadtbezirks- und südliche Stadtgrenze reichen.

In der Industriestadt Rixdorf wohnten die meisten Menschen in mehrgeschossigen Miethäusern mit zwei und mehr Hinterhöfen, die in engen Blöcken (Karree) angeordnet waren. Reformen für gesündere Städte setzten seit 1902 in Deutschland neue Maßstäbe. Die aufgelockerte Bebauung mit vielen Grünflächen im Stil einer Kleinstadt, die "Gartenstadt", war die neue Architekturrichtung. Ihr folgten durch die Ereignisse des I. Weltkrieges 1918 bis 1920 die Kriegbeschädigtensiedlungen. 1920 wurde Neukölln Groß-Berlin zugeordnet. Dadurch war eine großzügigere Stadterweiterung möglich. Um Massenarbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Armut zu bekämpfen, entwickelte man 1920 bis 1930 gemeinsam mit den Gewerkschaften neue Baukonzepte. Es entstanden geförderte Kurzarbeiter- und Erwerbslosensiedlungen. Diese "Kolonien" wurden Mitte der 1920er Jahre durch Wohn-Nebenstädte, in denen der Mittelstand Eigenheime bauen konnte, erweitert. Ab 1933, nach Auflösung der Gewerkschaften, änderte sich die Verwaltungsstruktur auch in den Bauämtern vollkommen. Der Förderung des Wohnungsbaus erfolgte nach neuen, stark politisch orientierten Bestimmungen. Vorherrschend war von jetzt an der Bau von Vollbeschäftigtensiedlungen und Kleinwohnungen, die wenig staatliche Fördermittel beanspruchten. Die Kriegsvorbereitungen und die damit verbundenen baulichen Einschränkungen begannen ab 1935. Der Krieg erforderte dann völlig neue Baumaßnahmen, wie den Bau von Behelfsheimen für Bombengeschädigte ab 1940. Beim Wiederaufbau der Stadt ab 1950 wurden die Mietwohnungen in rationeller Plattenbauweise errichtet. Um 1960 ermöglichte das Fortschreiten der moderne Technik Kompfortwohnungen und in den 1970/80er Jahren begann sich eine ökologische Bauweise durchzusetzen. Zu all diesen Phasen der Stadtentwicklung Berlins gibt es im Bezirk Neukölln Beispielquartiere. Die Straßen- und Flurnamen erinnern an viele dieser Epochen, Ereignisse und Persönlichkeiten. Die beschrieben Spaziergänge führen durch einige dieser Gebiet.