LEITBILD

Die Themen, die Menschen beschäftigen, sind veränderlich, was aber bleibt ist das grundsätzliche Bedürfnis nach den Begegnungsräumen, wie sie nur der Kulturbereich zur Verfügung stellt. Kulturfreie Räume gibt es nicht, denn:„Bereits die Herkunft des Wortes „Kultur“, das vom lateinischen „colere“ (pflegen, urbar machen) bzw. „cultura“ und „cultus“ (Landbau, Anbau, Bebauung, Pflege und Veredlung von Ackerboden) abgeleitet ist, also aus der Landwirtschaft stammt, verweist auf einen zentralen Aspekt sämtlicher Kulturbegriffe: Sie bezeichnen das „vom Menschen Gemachte“ bzw. „gestaltend Hervorgebrachte“ – im Gegensatz zu dem, was nicht vom Menschen geschaffen, sondern von Natur aus vorhanden ist.“ (Bundeszentrale für politische Bildung) Oder mit den Worten des schwedischen Schriftstellers August Strindberg (1849 – 1912) Die ganze Kultur ist eine große, endlose Zusammenarbeit.

In diesem Sinne sind wir alle Kulturschaffende. Wenn aber von Kultureinrichtungen, Kulturorten und Kulturschaffenden die Rede ist, dann meinen wir Personen und Institutionen, die sich bewusst mit den vom Menschen geschaffenen Strukturen auseinandersetzen, sich in ihrer Arbeit auf sie beziehen, sie sichtbar machen und, nicht selten, weiterentwickeln.
Wenn wir von „Kultur“ sprechen, dann meinen wir damit normalerweise die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung – Literatur, Theater, Film, Musik, Bildende Kunst – die als Quelle der Inspiration in die Gesellschaft hineinwirken.

 
 

Aus psychologischer Sicht sind soziale Kontakte die Voraussetzung für psychische und physische Gesundheit. Erwiesenermaßen spielen Kunstprojekte auch in den Bereichen Integration, Inklusion und bei der Behandlung von Traumata eine große Rolle.

Es ist der verbindende Charakter der kulturellen Angebote, der ihre Rolle in der Gesellschaft so unverzichtbar macht: Durch sie werden wir Teil einer Gemeinschaft. Zum Beispiel als Besucher*innen eines Konzerts, einer Theatervorstellung, einer Ausstellung, eines Festivals, eines Clubs oder als Teilnehmer*innen an einem Kunstprojekt. Wir sind im Erleben verbunden mit anderen Menschen. Dieses Gefühl ist immens wichtig. Übrigens auch für die Produzent*innen von kulturellen Beiträgen, denn Kulturproduktion ist keine Einbahnstraße.

 
 

Damit kommt auf die Kulturschaffenden eine anspruchsvolle Aufgabe zu, die sich vermutlich nur im Austausch von kreativen Ansätzen bewältigen lässt. Für diesen Austausch bietet das Kulturnetzwerk Neukölln dank vielschichtiger Synergien mit den mittlerweile 56 Mitgliedern eine gute Voraussetzung.