Unser herzlicher Dank geht an Ilka Normann, die sich seit über 20 Jahren, davon seit 2008 als Geschäftsführerin des Kulturnetzwerk Neukölln e. V. um die Kultur im Berliner Bezirk Neukölln in besonderem Maße verdient gemacht hat. Mit ihrem Ausscheiden verliert der Verein eine hochgeschätzte Kollegin und engagierte Netzwerkerin.

 

Als Ilka Normann 2008 die Leitung der Vereinsgeschäfte übernommen hat, war der Zustand des Vereins desolat: alle Projekte im Winterschlaf, die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Neukölln komplett aufgekündigt, die Kasse leer und wenig Hoffnung auf einen guten Neustart. Die vier Angestellten und der Fortbestand des erfolgreichen Kunstfestivals 48 Stunden Neukölln gaben den Ausschlag dafür, dass Ilka Normann das Angebot des Vorstands annahm, sich der Herausforderung zu stellen und von der Projektleitung der 48 Stunden Neukölln in die Geschäftsführung des Kulturnetzwerk Neukölln e.V. zu wechseln. Kurze Zeit später, dank guter Kommunikation mit dem Jobcenter, konnten wieder 83 Menschen zur Unterstützung an die Mitgliedseinrichtungen vermittelt werden.

 

Es ging bergauf. Das Netzwerk wuchs beständig, neue Projekte entstanden und Arbeitsplätze wurden geschaffen. Zu den Highlights dieser Blütejahre zählen die Auszeichnungen des Festivals 48 Stunden Neukölln mit dem Kulturpreis 2008 der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V. und der Auszeichnung als Trendmarke des Jahres 2009 der Agentur für Kulturmarketing und Kultursponsoring Causales, mit feierlicher Preisverleihung vor einem großen Publikum.

 

Es folgte die Gründung der Jugendkunstschule Young Arts Neukölln (2011), die 2024 als etablierte Jugendkunstschule für Workshops mit Kindern und Jugendlichen in bezirkliche Trägerschaft überführt werden konnte. Und nicht zu vergessen, das nachhaltige Jugendprojekt Blockpark447, das ebenfalls große mediale Aufmerksamkeit erhielt. Mit der Berlin Mondiale konnte ab 2015 ein berlinweites kulturelles Netzwerk im Kontext von Flucht und Migration aufgebaut werden. Auch dieses Projekt wurde in 2023 erfolgreich ausgegründet.

 

In den letzten Jahren haben sich die Bedingungen im Kulturbereich und vor allem bei
der Arbeitsmarktpolitik jedoch immer weiter verschlechtert. Aufgrund rückläufiger
Finanzierungen konnten wir immer weniger Menschen bei unseren Mitgliedseinrichtungen in Beschäftigung bringen. Das hat deutliche Konsequenzen für die Finanzierung des Vereins. Gemeinsam mit dem Vorstand haben wir uns daher entschieden, die Geschäftsstelle personell zu verkleinern und damit für die nächsten Jahre abzusichern, in der Hoffnung, dass dann wieder mehr möglich sein wird.

 

Gemeinsam blicken wir zurück auf viele intensive Jahre – reich an Erlebnissen und Erfahrungen, an Kontakten zu engagierten und hilfreichen Menschen hinter den Kulissen.

 

Nach so vielen Jahren der engen, fruchtbaren und vertrauensvollen Zusammenarbeit wird mir Ilka Normann sehr fehlen. Und nicht nur mir: Der Vorstand, die Mitgliedseinrichtungen und das gesamte Team wünschen ihr von Herzen alles Gute für ihren persönlichen Neustart!

 

Nadine Lorenz (Geschäftsführerin)